Energieplaner Wissen
Was kostet Strom in Deutschland?
Warum veröffentlichte Durchschnittspreise nicht dasselbe sind wie der Arbeitspreis für deine PV-Rechnung.
Veröffentlichte Gesamtpreise für Haushaltsstrom liegen derzeit grob zwischen 36 und 40 Cent je kWh. Für die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage ist aber der Arbeitspreis aus deinem Stromvertrag wichtiger. Energieplaner verwendet 0,33 €/kWh brutto als Startwert — ohne Grundpreis und ohne einmaligen Wechselbonus.
Wenn du deine aktuelle Rechnung zur Hand hast, solltest du den dort ausgewiesenen Arbeitspreis eintragen. Er bestimmt, wie viel eine selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom ungefähr einspart.
Arbeitspreis und Grundpreis sind nicht dasselbe
Eine typische Stromrechnung besteht aus zwei Teilen:
Jahreskosten = Verbrauch × Arbeitspreis + Grundpreis
Die Solaranlage reduziert den Strombezug aus dem Netz. Dadurch sparst du den Arbeitspreis für jede nicht gekaufte Kilowattstunde. Der feste Grundpreis für Anschluss, Zähler und Vertrag bleibt normalerweise bestehen.
Ein Beispiel mit 3.500 kWh Jahresverbrauch:
| Bestandteil | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Verbrauchsabhängige Kosten | 3.500 kWh × 0,33 €/kWh | 1.155 € |
| Grundpreis | 12 × 12 € | 144 € |
| Gesamtkosten | 1.155 € + 144 € | 1.299 € |
| Effektiver Gesamtpreis | 1.299 € ÷ 3.500 kWh | 37,1 ct/kWh |
Der Gesamtpreis beträgt hier 37,1 ct/kWh, obwohl der vermeidbare Arbeitspreis nur 33 ct/kWh beträgt. Würden 2.000 kWh Solarstrom direkt im Haushalt genutzt, sinken die variablen Stromkosten in diesem Beispiel um etwa 660 €. Der Grundpreis bleibt.
Warum verschiedene Quellen verschiedene Preise nennen
Die Werte messen unterschiedliche Dinge:
| Quelle | Wert | Preisbasis |
|---|---|---|
| Destatis, 2. Halbjahr 2025 | 38,69 ct/kWh | tatsächlich gezahlter Gesamtpreis für Haushalte mit 2.500–5.000 kWh, einschließlich fester Kosten |
| BDEW, April 2026 | 37,00 ct/kWh | abschließbare Tarife bei 3.500 kWh, Grundpreis anteilig enthalten |
| Energieplaner-Startwert | 33,00 ct/kWh | Brutto-Arbeitspreis ohne Grundpreis |
Die Zahlen widersprechen sich nicht. Sie haben einen anderen Zeitraum, eine andere Kundengruppe oder eine andere Preisdefinition. Eine bundesweite Statistik für den reinen Arbeitspreis gibt es nicht; 0,33 €/kWh ist deshalb eine aus aktuellen Quellen abgeleitete Modellannahme.
Im Energieplaner prüfen
Trage im Energieplaner den Brutto-Arbeitspreis aus deiner letzten Stromrechnung ein. Wenn du ihn änderst, berechnet der Planer die vermiedenen Netzbezugskosten, die Amortisation und den Kapitalwert für dieselbe Anlage neu. So wird sichtbar, wie stark das Ergebnis von deinem tatsächlichen Tarif abhängt.
Der aktuelle Planer bildet keinen Grundpreis, keinen dynamischen Stundentarif und keinen getrennten Wärmepumpentarif ab. Für solche Verträge reicht ein einzelner Jahrespreis nicht aus.
Langfristige Preisentwicklung
Energieplaner unterstellt standardmäßig keine reale Strompreissteigerung. In heutigen Euro bedeutet das: Der Strompreis steigt langfristig ungefähr mit der allgemeinen Inflation. Eine höhere Steigerung würde die Ersparnis über viele Jahre stark vergrößern, ist aber keine verlässliche Prognose. Die Investition sollte deshalb auch ohne optimistische Preisannahme verständlich bleiben.
Quellen
- Destatis: Strompreise für Haushalte im 2. Halbjahr 2025, tatsächlich gezahlte Gesamtpreise und Preisdefinition; veröffentlicht am 31.03.2026, abgerufen am 16.08.2026.
- Destatis GENESIS 61243-0001, Werte nach Verbrauchsgruppe; abgerufen am 16.08.2026.
- BDEW: Strompreisanalyse April 2026, 37,0 ct/kWh bei 3.500 kWh einschließlich anteiligem Grundpreis und Methodik; abgerufen am 16.08.2026.
- Bundesnetzagentur: Preise und Abschläge, Erklärung von Arbeitspreis, Grundpreis und Jahreskosten; abgerufen am 16.08.2026.
- Verbraucherzentrale: Ü20-Photovoltaikanlage, aktuelles Rechenbeispiel mit 0,33 €/kWh Arbeitspreis; abgerufen am 16.08.2026.