energieplaner

Energieplaner

Methodik

Welche Annahmen Energieplaner verwendet und wie daraus eine wirtschaftliche Einschätzung entsteht.

Energieplaner vergleicht zwei Situationen: deinen Haushalt ohne Investition und denselben Haushalt mit der ausgewählten Solaranlage und gegebenenfalls einem Speicher. Daraus entsteht eine finanzielle Orientierung — keine Ertragsgarantie.

Vom Haushalt zum Ergebnis

Die Rechnung folgt vier Schritten:

  1. Stromverbrauch, Standort und Dach beschreiben den Ausgangspunkt.
  2. Ein Ertragsmodell schätzt, wann Solarstrom erzeugt und im Haushalt genutzt wird.
  3. Kosten, Strompreis und Einspeisevergütung werden über 30 Jahre fortgeschrieben.
  4. Energieplaner vergleicht beide Situationen und berechnet Geldvorteil, Amortisationszeit und Kapitalwert.

1. Ausgangsdaten

Stromverbrauch

Am genauesten ist der Jahresverbrauch aus deiner letzten Stromrechnung. Fehlt dieser Wert, verwendet Energieplaner die folgenden Orientierungswerte aus dem Stromspiegel für Haushalte.

Jahresverbrauch ohne elektrische Warmwasserbereitung

Personen Einfamilienhaus Wohnung
1 1.800 kWh/Jahr 1.200 kWh/Jahr
2 2.700 kWh/Jahr 1.900 kWh/Jahr
3 3.500 kWh/Jahr 2.400 kWh/Jahr
4 3.800 kWh/Jahr 2.600 kWh/Jahr
5 4.500 kWh/Jahr 3.100 kWh/Jahr

Bei einer Wohnung ist damit der Verbrauch der einzelnen Wohnung gemeint, nicht der Stromverbrauch des gesamten Gebäudes.

Solarertrag

Den möglichen Jahresertrag schätzt PVGIS aus Standort, Dachneigung, Ausrichtung und Anlagengröße. Energieplaner berücksichtigt zusätzlich die angegebene Verschattung. Das Ergebnis ist eine standortbezogene Schätzung; ein verschattetes oder ungewöhnlich aufgebautes Dach sollte vor Ort geprüft werden.

Preise und Kosten

Die Voreinstellungen sind Startwerte für einen ersten Vergleich. Eigene Werte aus Stromrechnung und Installateurangebot sind genauer und können im Planer direkt eingetragen werden.

Annahme Standardwert
Strombezug 0,33 €/kWh Arbeitspreis, ohne Grundpreis
Dach-Solaranlage 5.000 € + 1.000 €/kWp, vollständig installiert
Batteriespeicher 650 €/nutzbarer kWh, einschließlich üblicher Installation
Einspeisevergütung 0,075 €/kWh für eingespeisten Solarstrom

Der Grundpreis des Stromvertrags bleibt normalerweise auch mit Solaranlage bestehen. Deshalb verwendet Energieplaner den Arbeitspreis, nicht den veröffentlichten Gesamtpreis pro Kilowattstunde. Mehr dazu steht im Beitrag Was kostet Strom in Deutschland?. Die Kostenansätze werden in den Beiträgen zu Solaranlagen und Stromspeichern hergeleitet.

2. Das Energiemodell

Eine Jahresbilanz allein würde einen Speicher überschätzen: Solarstrom entsteht vor allem tagsüber und im Sommer, der Haushalt verbraucht aber auch morgens, abends und im Winter Strom. Energieplaner verteilt Erzeugung und Verbrauch deshalb vereinfacht über Monate und Stunden. Für den Haushalt dient das H0-Lastprofil des BDEW als Grundlage.

Für jeden Zeitschritt gilt dieselbe Reihenfolge:

  1. Solarstrom versorgt zuerst den aktuellen Verbrauch im Haus.
  2. Überschüsse laden den Batteriespeicher.
  3. Weitere Überschüsse werden ins Netz eingespeist.
  4. Fehlt Energie, wird Strom aus dem Netz bezogen.

So schätzt das Modell Eigenverbrauch, Autarkie, Einspeisung und Netzbezug. Es verwendet ein typisches Lastprofil und keine gemessenen Viertelstundenwerte deines Haushalts.

3. Die finanzielle Rechnung

Für jedes Jahr addiert Energieplaner die vermiedenen Stromkäufe und die Einspeisevergütung. Davon werden laufende Kosten und ein möglicher späterer Batterietausch abgezogen. Die Anschaffungskosten stehen am Anfang der Rechnung.

Finanzielle Annahme Standardwert
Betrachtungszeitraum 30 Jahre
Reale Strompreissteigerung 0 % pro Jahr
Laufende Kosten 1 % der Anschaffungskosten pro Jahr
Leistungsverlust der Solarmodule 0,5 % pro Jahr
Kalkulationszins 3 % pro Jahr
Möglicher Batterietausch im 13. Jahr, zu 50 % der ursprünglichen Speicherkosten

Der jährliche Geldvorteil zeigt die geschätzte Entlastung in einem Jahr. Die Amortisationszeit zeigt, wann die anfänglichen Kosten rechnerisch zurückverdient sind. Der Kapitalwert bewertet alle Zahlungen über den gesamten Zeitraum und berücksichtigt, dass zukünftiges Geld weniger wert ist als heutiges.

Das Ergebnis richtig einordnen

Die Rechnung beantwortet eine konkrete Frage: Ist der eingegebene Plan unter diesen Annahmen finanziell plausibel? Sie beantwortet nicht, ob jede Solaranlage oder jeder Speicher grundsätzlich sinnvoll ist.

Prüfe deshalb besonders die Annahmen, die dein Ergebnis stark verändern:

  • den vollständigen Angebotspreis,
  • deinen tatsächlichen Stromverbrauch und Arbeitspreis,
  • die nutzbare Speicherkapazität,
  • Dachausrichtung, Neigung und Verschattung.

Grenzen der Rechnung

Energieplaner ist eine Planungshilfe, kein Angebot und keine Garantie. Das Modell bewertet derzeit nicht:

  • Statik, Dachzustand und konkrete Netzanschlusskosten,
  • Steuern, Förderungen und Finanzierung,
  • dynamische Stromtarife oder separate Wärmepumpentarife,
  • individuelle Ladeprofile von Elektroauto und Wärmepumpe,
  • Notstrom- und Ersatzstrombetrieb.

Vor der Investition sollten deshalb ein vollständiges Installateurangebot und die Gegebenheiten vor Ort geprüft werden. Im Energieplaner kannst du anschließend die Standardwerte durch deine eigenen Zahlen ersetzen und die Rechnung erneut vergleichen.